
Lernen Sie Raphaël Bony kennen, Mitinhaber des Castel Camping Château Le Brévedent

Beschreiben Sie Ihren Campingplatz in drei Worten.
In drei Worten: Permakultur, Engagement und Authentizität.
Musik, Geselligkeit und Schönheit.
Drei Dinge, die man über den Betrieb eines Campingplatzes nicht weiß
Das ist ein großes Thema! Um einen Campingplatz zu führen, muss man vor allem mit Leidenschaft dabei sein. Es ist eine Herzensangelegenheit. Und es ist eine unglaublich bereichernde Tätigkeit.
Man muss Freude daran haben, Gäste willkommen zu heißen und ein Stück von sich selbst zu teilen: sein Leben, seinen Alltag, seinen Garten, seine Kinder und seine Tiere. Das ist einfach großartig.
Außerdem habe ich festgestellt, dass man als Campingplatzbetreiber unglaublich vielseitig sein muss. Man muss praktisch alles können – und genau das macht diese Aufgabe so spannend.
Haben Sie schon einmal bekannte Persönlichkeiten bei sich begrüßt?
Eigentlich begrüßen wir jede Saison außergewöhnliche Menschen mit spannenden Lebensgeschichten. Im vergangenen Jahr durften wir beispielsweise die französische Komikerin Élodie Poux und ihren Mann Michel bei uns willkommen heißen. Das war wirklich schön. Tatsächlich habe ich Élodie Poux erst bei dieser Gelegenheit kennengelernt.
Ein ganz persönlicher Höhepunkt war eines unserer Open-Air-Konzerte mit offener Bühne. Dort spielte plötzlich ein außergewöhnlicher Trompeter mit. Wir waren völlig begeistert von seiner Musik und erfuhren erst später, dass er bereits mit Amy Winehouse und Jamiroquai gespielt hatte. Das war für mich ein unvergesslicher Moment. Sein Name ist Malcolm.
Welche Saison war Ihre schönste – und warum?
Seit der Eröffnung unseres Campingplatzes haben wir oft darüber nachgedacht. Eigentlich gibt es keine „beste“ Saison. Jede war auf ihre eigene Weise besonders. Manche waren einfach etwas anspruchsvoller als andere.
2007 war unsere allererste Saison. Wir hatten den Campingplatz gerade übernommen und Simon war erst drei Monate alt, als die Saison begann. Das war ziemlich aufregend.
Dann kam 2012. Unsere zweite Tochter Eva war zu Saisonbeginn sechs Monate alt und voller Energie. Sie war wie ein kleines Koala-Baby – ständig auf meinem Arm. Ich konnte sie kaum absetzen. Das waren definitiv besonders intensive Jahre.
Wenn ich heute zurückblicke, waren sogar die Jahre 2020 und 2021, obwohl sie schwieriger waren, außergewöhnliche Jahre. Wir haben mit unseren Gästen sehr intensive Momente erlebt. Alles fühlte sich so surreal an, dass diese Saisons heute unvergesslich geblieben sind.
Was ist Ihr nächstes Projekt?
Man sollte Jess lieber nicht nach ihren Projekten fragen – sie hat immer unzählige Ideen und der Winter ist nie lang genug, um sie alle umzusetzen!
Vielleicht wird unser nächstes großes Projekt eines, das uns besonders am Herzen liegt: den Verkehr vor dem Schloss umzuleiten, damit dort keine Autos mehr vorbeifahren. Wir möchten dort einen gepflasterten Dorfplatz schaffen, der Fußgängern vorbehalten ist oder zumindest frei vom Durchgangsverkehr bleibt.
Technisch wäre das eigentlich ganz einfach umzusetzen. Danach müsste man den Platz natürlich noch schön gestalten. Vielleicht wird das also unser nächstes Projekt. Ehrlich gesagt verstehe ich bis heute nicht, warum das noch nicht umgesetzt wurde, denn so kompliziert ist es eigentlich gar nicht.
Was ist Ihre größte Sorge?
Einen Monat vor der Eröffnung. Drei Wochen vor der Eröffnung.
Zwei Tage vor der Eröffnung. Eine Stunde vor der Eröffnung. Wir werden nie ganz fertig sein.
Oder sind wir das vielleicht jemals?
Worauf sind Sie am meisten stolz?
Unser größter Stolz ist wohl der Moment, wenn unsere Gäste abreisen. Irgendwann geht jeder Urlaub zu Ende, aber wir hören regelmäßig, dass Menschen bei uns den schönsten Urlaub ihres Lebens verbracht haben. Dass sie wertvolle Zeit mit ihrer Familie teilen konnten.
Solche Rückmeldungen bekommen wir fast jeden Tag. Und genau das macht all die Mühe lohnenswert. Dafür machen wir das alles.
Was ist Ihr größter Erfolg?
Ganz sicher, dass es uns gelungen ist, den Familienbesitz nach unseren Vorstellungen weiterzuentwickeln und gleichzeitig seine Geschichte, seinen Charakter und seine Seele zu bewahren. Genau das macht Le Brévedent aus. Und wir freuen uns sehr, dass dieses Konzept funktioniert.
Wofür begeistern Sie sich?
Wir haben viele Leidenschaften.
Unsere größte Leidenschaft ist das Reiten. Meine persönliche Leidenschaft ist die Musik.

Was ist Ihre außergewöhnlichste Anekdote?
Vielleicht ist sie gar nicht so außergewöhnlich, weil sie einfach zum Leben gehört. Aber sie ist wunderschön.
Ein alleinerziehender Vater und eine alleinerziehende Mutter lernten sich auf unserem Campingplatz kennen. Im Jahr darauf kamen sie zurück, um den Jahrestag ihres Kennenlernens genau hier zu feiern.
Und sie sind bis heute zusammen.
Vielleicht ist das keine verrückte Geschichte – aber eine sehr schöne.
Was bedeutet es für Sie, zu Les Castels zu gehören?
Les Castels ist eigentlich die natürliche Verlängerung dessen, was wir hier auf dem Campingplatz jeden Tag erleben. Es geht um Gemeinschaft, Familie und Leidenschaft.
Seit wir den Campingplatz übernommen haben, sind wir Mitglied bei Les Castels. Durch den Austausch mit den anderen Campingplatzbesitzern haben wir unglaublich viel gelernt. Immer wieder stellen wir fest, dass wir dieselben Werte teilen und dass uns alle das gleiche Ziel verbindet: unseren Gästen einen rundum gelungenen Urlaub zu ermöglichen.


